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Willkommen
Rund 30 interessierte Besucherinnen und Besucher machten sich vergangene Woche trotz hochsommerlicher Temperaturen von über 30 Grad auf den Weg zum Pichlberg bei Wiesenfelden. Dort erwartete sie ein besonderer Einblick in die Bio-Weidehaltung der Familie Kolbinger – und in ein gelungenes Zusammenspiel von Landwirtschaft und Naturschutz. Begrüßt wurden die Gäste von Biobäuerin Nicole Kolbinger, Biobauer Martin Kolbinger, ihrem Sohn Lukas sowie Stefan Reith, Biodiversitätsberater der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Eigentlich hätte an diesem Tag das Heu eingefahren werden müssen – doch für die Hofführung wurde die Arbeit kurzerhand auf die kühleren Abendstunden und den nächsten Tag verschoben.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Die Weide am Pichlberg ist weit mehr als eine gewöhnliche Rinderweide. Sie ist Teil des Projekts „Öko-Trittsteine“ im Raum Wiesenfelden. Wie eng die extensive Beweidung der Bio-Rinder mit dem Erhalt wertvoller Lebensräume zusammenhängt, erklärten Familie Kolbinger und Stefan Reith anschaulich und verständlich.
Die Herford-Rinder spielen dabei eine wichtige Rolle. Die robuste und genügsame Rasse kommt hervorragend mit extensiven Weiden zurecht und trägt durch ihr Weideverhalten dazu bei, dass eine vielfältige Pflanzenwelt erhalten bleibt. Davon profitieren wiederum zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tiere, die hier ihren natürlichen Lebensraum finden. Gleichzeitig zeichnet sich die Rasse durch leichtes Kalben und ein fein marmoriertes Fleisch aus. Dass die Tiere nur äußerst selten einen Tierarzt benötigen, ist nicht zuletzt der artgerechten Haltung und der sorgfältigen Betreuung durch die Familie Kolbinger zu verdanken.
Während der Führung erfuhren die Besucherinnen und Besucher viele spannende Details aus dem Alltag der Bio-Weidehaltung. Warum Kuhfladen ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Insekten sind, wie Kälber und Stiere aufgezogen werden, welche Arbeitsabläufe hinter der extensiven Beweidung stecken und warum Geduld und gutes Beobachten für die Tierhaltung so wichtig sind – all diese Themen wurden anschaulich erklärt und sorgten für viele interessierte Nachfragen. Nach der Besichtigung konnten sich alle unter einem schattigen Pavillon direkt am Unterstand der Rinder bei kühlen Getränken und kleinen Snacks stärken. Dabei entstanden viele anregende Gespräche über Landwirtschaft, Naturschutz und bewussten Lebensmittelkonsum.
Besonders schön waren die Rückmeldungen der Gäste:
Ein herzliches Dankeschön an Familie Kolbinger und Stefan Reith für die offenen Einblicke und ihr großes Engagement. Der Nachmittag hat eindrucksvoll gezeigt, dass biologische Landwirtschaft weit mehr bedeutet als die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel – sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und der Artenvielfalt.